Gegen scheiß Dauerkarten-Motive jeder Art

noch-nicht-fertig

Der Andrang auf die Dauerkarten beim FC St. Pauli ist trotz einer sportlich eher suboptimalen Saison nach wie vor ungebrochen. Das ist bei der allenthalben zu spürenden Aufbruchsstimmung schon fast nicht mehr verwunderlich. Ebenso ungebrochen scheint auch das Interesse des Vereins zu sein, diese noch besser und mutmaßlich stylischer zu vermarkten, um sie an den Mann und an die Frau zu bringen. Obwohl oder gerade weil sie sich verkaufen wie geschnitten Brot.

Was man sich allerdings bei der Gestaltung und der Auswahl der diesjährigen Motive intern mitunter gedacht haben mag, ist mehr als fragwürdig. Sind die ersten drei Sprüche mit „Wir sind noch nicht fertig“, „Für Werte stehen auch im Sitzen“ und „Aktiver Widerstand gegen Niederlagen jeder Art“ vielleicht noch relativ innovativ und bisweilen einen Schmunzler wert, hört doch spätestens mit „Scheiss St. Pauli“ mein Sinn für ach so witzige Ironie und Wortspiele auf.

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Demo am 1. Mai – alle hin da!

nervermindthepaper1mai2015

Moin Zecken,

heute gibt es wieder eine große Demo gegen die menschenunwürdige Behandlung von Flüchtlingen nicht nur in Hamburg, sondern der gesamten EU. Los geht es um 14 Uhr vom Millerntorplatz. Alle hin da!

Aufruf von Recht auf Stadt – Never mind the Papers!

+++Bald gehts los! Sagt nochmal allen Bescheid!+++
Der 1. Mai steht vor der Tür…helft mit auch die letzten Tage kräftig Werbung zu machen. Zusammen ein klares Zeichen setzen: Refugees Welcome!!

Ob die Ignoranz des rot-grünen Senats in Hamburg, die geplante Ausweitung der Abschiebehaft deutschlandweit oder das unerträgliche Sterbenlassen an den Grenzen der EU. Die letzten Wochen haben viel zu deutlich gezeigt: dieser menschenunwürdigen Politik zu widersprechen ist alternativlos!

Wie immer gilt: Je mehr desto besser → macht nochmal richtig Wirbel bei Freund*innen, Familie, Bekannten, Kolleg*innen! Bringt sie mit…kommt alle…wir sehen uns Freitag! Wir haben euch hier eine kleine Zusammenfassung mit relevanten Informationen zum weiterschicken an all eure Freund*innen zusammengestellt:

Demonstration für die Rechte und Würde geflüchteter Menschen:
„Recht auf Stadt – Never Mind the Papers – No One is Illegal!“
Fr. 01.05., 14.00 Uhr, Millerntorplatz
https://www.facebook.com/events/468732509945558/

Die Demoroute:
Millerntorplatz – Budapester Straße – Thadenstraße – Wohlwillstraße – Clemens-Schultz-Straße – Talstraße – Reeperbahn – Pepermölenbek – St. Pauli Fischmarkt – St. Pauli Hafenstraße – Helgoländer Allee
http://bit.ly/1DSu4hv

Ist das Kunst oder kann das weg?

astraredbull

Ahoi!

Schon eine Woche nach dem leider nicht von Erfolg gekrönten Spiel an der Brenz wartet eine sportlich schwierige und maybe existenzielle Partie gegen Vita Cola, äh RasenBallsport Leipzig auf uns, das seit Monaten der Liebling eines (fast) jeden Fußball-Fans ist. Die von uns im Rahmen des Hinspiels gemachten Erfahrungen bestätigten uns in dieser Liebe.

Wie man gestern in der „Welt“ und sonstwo lesen konnte, wäre diese Liebe fast besitzergreifend geworden. Um mit Egotronic zu sprechen: Der FC St. Pauli ist so „Hip, Cool, Sexy“, dass er sich gut vermarkten, leider aufgrund einer aktiven Fanszene aber nicht instrumentalisieren lässt. Dass ersteres trotzdem bis zu einem gewissen Punkt der Fall ist, ist natürlich auch unumstritten und zu kritisieren. Darüber mag sich momentan aber jemand anderes den Kopf zerbrechen.

Denkt man an RB Leipzig, denkt man zugleich auch an Fanproteste. In letzter Zeit häufen sich die Schlagzeilen auf den „Fankultur“-Pages, wenn Verein „XY“ durch Abwesenheit glänzt oder den Protest mit dem Messer zwischen den Zähnen in die Kurve trägt. So hatte auch der FC St. Pauli seinen Widerstand gegen den aus Österreich gesteuerten Marionettenclub nicht aus dem, sondern in das Stadion verlagert. Wirklich in Erinnerung geblieben ist davon nichts. Ein paar Transpis hier, ein paar Anti-RB-Rufe da. Doch egal, welches Ausmaß der Protest auch annehmen mag, letztlich fühlt sich alles wie ein Sturm im Wasserglas an, wenig zielführend und kaum effektiv. Mancher Protest wirkt ehrlich, manch anderer eher wie Trittbrettfahren nach dem Motto „Wir sind auch voll gegen RB, Kommerz und so“, um sein Gewissen zu beruhigen oder im Fanszenen-Battle einen Stein mehr im Brett zu haben.

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St. Sisyphos

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Moin!

Der Tag danach. Immer noch fassungslos. Fast Woche für Woche sind uns Pleiten, Pech und Pannen gewiss. Immer dann, wenn man denkt, es könne wieder etwas aufwärts gehen, bricht alles wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Und gefühlt liegt das weder am Kartenhaus noch am Erbauer, sondern an einem sich durch die Saison ziehenden braun-weißen Faden, der jede Woche durch neue Nackenschläge zerrissen wird.

Im Gegensatz zur restlichen Crew unseres Fanclubs begann und endete meine Reise nach Köpenick mit einer Regio-Tour durch Brandenburg. Rainald Grebe hat sich wohl von der gleichen Strecke inspirieren lassen. Es gibt viel in Brandenburg, sehr viel sogar – sehr viel Landschaft. An Menschen und humanoiden Bauten mangelt es mitunter leider merklich. Als Eastern native für mich zwar wenig verwunderlich, nach einiger Zeit in und um Hamburg lebend jedoch immer wieder auf´s Neue ein kleiner Kulturschock. So brachte mich das Space Shuttle der ODEG, der Ostdeutschen Eisenbahn, pünktlich und sicher nach Berlin. Noch ein bisschen mit der S-Bahn durch Berlin eiern und schon ist man in Köpenick.

Am Bahnhof bereits die ersten motivierten Gestalten (und damit meine ich nicht die Polizisten). Will Union auf seine Art der „andere“ Verein sein, gehören dazu leider immer noch Personen, die man eher beim BFC Dynamo verorten würde. Dies sind für mich allerdings keine Neuigkeiten, so gehörten doch Schals mit Eisernen Kreuzen und „Sieg Heil“-Rufe in der S-Bahn in Köpenick in der Vergangenheit zur Tagesordnung. Dies mag nur vereinzelt vorkommen, lässt diesen Verein für mich jedoch ein großes No-Go sein. Nun mögen bei einigen die positiven Erfahrungen mit Unionern vielleicht überwiegen. Von einer leisen Fanfreundschaft ist immer wieder die Rede. Ich persönlich muss aber sagen, dass das einzige wirkliche Schmuckstück dieses Viertels das Stadion ist.

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