Im Osten nichts Neues

stadion

Moin Leute!

Unser Blogeintrag zum Spiel beim Dosenclub aus Sachsen war im Vorfeld eigentlich als „stinknormaler“ Bericht über unseren Ausflug in die Wiege der Fankultur gedacht, hat aber aufgrund des unverhältnismäßigen und willkürlichen Verhaltens der Polizei vor Ort leider einen ganz anderen Schwerpunkt bekommen. Aber alles auf Anfang:

Am frühen Sonntagmorgen reiste unser Fanclub in einer etwas größeren Gruppe mit einem ICE nach Leipzig. In lockerer Atmosphäre ging es schnurstracks voran. Ich muss ganz ehrlich sagen, ich war in dieser Saison schon weitaus strapaziöser zu Auswärtsspielen angereist. Kontakte mit anderen St. Pauli-Fans und zwei versprengten Herthanern, die auf dem Rückweg aus Kölle waren, wurden schnell geknüpft. Die „normalen“ Fahrgäste ließen uns auch beim ein oder anderen etwas lauter vorgetragenen Fangesang gewähren, sodass die Basis für eine gelungene Auswärtsfahrt gelegt war.

kontrolle1In Leipzig angekommen, änderte sich dieses Bild ziemlich zügig. Auf dem Weg zum Stadion wurde unsere Gruppe zweimal – Teile von ihr sogar dreimal- von der Polizei eingekesselt. Personenkontrollen und Durchsuchungen wurden aufgrund von Nichtigkeiten durchgeführt, eine wirkliche Begründung – außer des Verweises auf den Gummiparagraphen 19 des Sächsischen Polizeigesetzes – erhielten wir von der BP- bzw. später BFE-Einheit nicht. Vielleicht hat man in Leipzig noch nie so viele Fans auf einem Haufen gesehen, wer weiß. BFE? Da klingelt doch was. So fiel diese Polizeieinheit doch bereits bei den Protesten gegen das Bauprojekt „Stuttgart 21“ vermehrt negativ auf.

In der Nähe des Stadions wurden wir weit über eine Stunde festgehalten, was nach der Ansage eines Beamten, es würde nur 15 min dauern, doch ziemlich ernüchternd gewesen ist. Ein Mannschaftswagen der Polizei hielt plötzlich in Wild West-Manier hinter uns, während wir – wohlgemerkt bei grünem Licht – über eine Ampelkreuzung liefen. Schon während der Fahrt sprangen Polizeibeamte aus dem Wagen und schubsten die ihnen zuerst in den Weg kommenden Mitglieder unserer Gruppe grundlos nach vorne, Sturzverletzungen billigend in Kauf nehmend. Die Polizei kesselte uns und einige unbeteiligte St. Pauli- Fans ein. Noch ernüchterner war die Tatsache, dass man uns auch auf mehrfaches Nachfragen hin nicht sagen konnte und wollte, warum wir denn überhaupt festgehalten wurden. Bei Aussagen wie „Wir sind das Gesetz!“ und „Ihr widerlicher Abschaum!“ allerdings auch kaum verwunderlich.

kontrolle2Allein die Tatsachen, dass man von der Polizei durchweg geduzt wurde und nicht einmal seine Notdurft verrichten konnte, zeigen das Maß an Respekt, das uns die „Hüter von Recht und Ordnung“ entgegenbrachten. Die Art und Weise, in der die Durchsuchungen und Körperkontrollen durchgeführt wurden, fügte sich in dieses Bild. Als ziemlich pikant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache zu nennen, dass ausschließlich bei Personen mit scheinbar ausländischem Äußeren auch die Schuhe überprüft wurden, ganz abgesehen von den entwürdigenden und unverhältnismäßig langen Kontrollen des Genitalbereichs. Einzelne Personen wurden überhaupt nicht kontrolliert.

Während des gesamten Einsatzes versuchten die Polizisten uns zu provozieren, was ihnen allerdings auch nicht mit ihrem aggressiven und patzigen Verhalten gelang. Ein Mitglied unserer Gruppe wurde nach längerem Einreden auf die Polizei, inwiefern dieser Einsatz denn überhaupt gerechtfertigt sei, einfach auf den Boden geschmettert und mit dem Knie in den Rücken geschlagen. Einem weiteren Mitglied wurde so kräftig auf den Oberarm gegriffen, dass es sein Handgelenk nicht mehr bewegen konnte und ein blauer Fleck über den halben Oberarm zurückblieb. Diesen beiden Personen wurde zunächst ein Platzverbot erteilt, im gleichen Atemzug zur Eigensicherung ein Warten vor dem Gästeblock auferlegt. Die Aussagen widersprachen sich mehrfach. Als Gruppe verhielten wir uns dennoch friedlich, an einer Eskalation war niemandem gelegen. Wobei wir uns über das Vorgehen der Polizei eigentlich nicht wundern mussten, denn zuvor getätigte Aussagen der Polizeibeamten wie „Wir knacken euch alle weg!“ oder „Wir sind das Gesetz und können machen, was wir wollen!“ kündigten diese Formen der Gewaltanwendung bereits an. Gegenstände, die angeblich dem Vermummen dienen würden – wie ein stinknormaler Herrenschal – aber auch Sticker („Wir machen davon Fotos und dann ficken wir euch!“) wurden sichergestellt. Dienstnummern und Namen wollten uns die Polizisten nicht verraten, erstere gäbe es überhaupt nicht.

Zum Spiel muss nicht allzu viel gesagt werden: Die Mannschaft ergab sich leidenschaftslos ihrem Schicksal und gab den zahlreich angereisten St. Paulianern keinen Anlass zur Freude. Das WM-Stadion von 2006 wirkte, wenn auch idyllisch an der Weißen Elster gelegen, nicht wirklich WM-tauglich. Mangelnde Infrastruktur, gefühlte 1000 Treppen und katastrophale sanitäre Bedingungen sprechen für sich. Zu den Heimfans schweige ich mich lieber aus.

Unser Fazit: 

Wir werden in diese Stadt im Rahmen von Fußballspielen keinen Fuß mehr setzen. Noch schlimmer als die widerlichen Auswüchse so genannter Fankultur sind die mindestens ebenso abstrusen Methoden der vor Ort bei Fußballspielen eingesetzten Polizeikräfte. In dem ein oder anderen Moment musste man sich wirklich fragen, welche rechtsstaatlichen Prinzipien derartiges Vorgehen überhaupt rechtfertigen können, aber allein schon die schwammigen Formulierungen in den Polizeigesetzen öffnen der Willkür Tür und Tor. Diese könnte u. a. auch durch eine Kennzeichnungspflicht aller Polizisten eingedämmt werden. Ein Thema, das immer wieder aufkommt, aber noch nicht befriedigend behandelt wurde. In Sachsen gibt es diese nicht. Auch nicht für die Insassen des Polizeiwagens, der uns auf dem Rückweg vom Stadion auf Schritt und Tritt verfolgte – natürlich nur wegen der Sicherheit.

Die besondere Albernheit dieses Einsatzes und die Kompetenz der Polizeibeamten zeigen sich speziell in der Konfiszierung eines gewöhnlichen Herrenschals, der angeblich dem Vermummen dienen würde. Gleichzeitig wurden jedoch anscheinend alle wirklichen Fanschals als in dieserlei Hinsicht völlig unbedenklich eingestuft und eben nicht konfisziert. Das verstehe, wer möchte. Zudem wurden Sticker mit der Ansage beschlagnahmt, würde man davon welche irgendwo im Stadtbild Leipzigs finden, werde man gegen uns rechtlich vorgehen. Ja, ist klar. Davon gibt es pro Motiv auch immer nur einen auf der ganzen weiten Welt! Und genau den kleben wir, nachdem er uns abgenommen worden ist, irgendwo hin.

In diesem Sinne lassen wir uns die Laune nicht vermiesen, bleiben standhaft und hoffen am Sonntag wieder auf positive Erlebnisse innerhalb und außerhalb vom Stadion. FORZA St. Pauli!

gruppe1

 

35 comments

  • Alexander Schupies

    Leipzig nicht leibzig. Es tut mir leid für die pauli fans. Von euch geht doch keinerlei Gefahr aus eher vom rechten mob in le, die ich zahlreich in le gesehen habe. Nur eins ist auch klar. Ich als randleipziger finde es genauso bekloppt , wenn hier vom rechten leipzig gesprochen wird und alles über einen Kamm geschoren wird. Es gibt genug , die mit solchen Sachen nichts am Hut haben. Insofern unterscheidet sich le bestimmt nicht von hamburg. Dieses dumme verpauschalieren ist das letzte.

  • Alexander Schupies

    Den meinte ich. Vielen Dank und viele grüße nach Hamburg.

  • Pingback: Presse 26.11.2014 | RB Leipzig News - rotebrauseblogger

  • Die sächsiche Polizei schlägt leider immer wieder über die Stränge. Dafür kann man nur um Entschuldigung bitten…
    Und abgesehen von dem „Alle Bullen sind Schweine“ war es der bisher durchdachteste Protest gegen RB. Empfand ich als Leipziger Eventfan jedenfalls so;-)
    Gruß in den Norden

    • Wer sich benimmt wie es sich gehört, hat auch mit der Leipziger Polizei keine Probleme. Denn Fußballfans haben auch in Leipzig keine „Narrenfreiheit“.
      Als so genannter „Eventfan“ wie Du schreibst, hätte ich mir aber nicht die RB Arena ausgesucht, sondern vielleicht die Oper oder das Gewandhaus. Naja und die Sprechchöre und Banner von Pauli. Was soll man dazu sagen, einfach niveaulos und dämlich.

      • Du du weißt jetzt genau woher, wie wir uns benommen haben? Wir sind weder eine Ultra Gruppierung noch eine Gruppe die jemals negativ aufgefallen ist. Wer keine Ahnung hat…

  • Moin zusammen,

    ich lese solche Berichte gern, um Sichtweisen und Hindergründe von außen zu erfahren.

    Grundsätzlich setze ich immer folgenden Masstab an:
    Wahrheitsgehalt 50%
    Durch das Spiel beeinflusste Emotionen 20%
    Kritische Problemfelder 30%

    Das schützt vor zuviel Erwartungen. Da sind wir beim Thema:
    1. Was hat die Fankultur eines Vereins mit Polizeikräften des Landes Sachsen zu tun?
    2. Was lässt einen intelligenten Menschen von einer auswärtigen Polizeieinheit, die u.a. auch in Stuttgart21, also an verschiedensten „Brennpunkten“ eingesetzt wird, auf den Wert einer Stadt schließen?
    3. Warum geht man davon aus, dass eine Stadt wie Leipzig kaum Fußballfans gesehen hat- westliche Arroganz oder westliche Bildungslücken
    4. Wieso kann man nichts über Stadion, Fans und sportliches Umfeld lesen?
    5. Warum sind solche Berichte irgendwie immer gleich?

    Antworten:
    Zu1 Nichts
    Zu2 Nichts, also nach Stuttgart fahrt ihr auch nicht mehr?
    Zu3 Ich denke Komplexe- vielleicht weil Hansa in der 3. Liga 7000 Fans auf die Beine gestellt hat, FCM in der Regio 5000 usw
    Zu4 Weil es nur wenig Widerwärtiges zu berichten gäbe?
    Zu 5 Weil man versucht eine ferngesteuerte, nicht greifbare Ablehnung zu unterfüttern…

    Schade, hatte mir grad von Pauli mehr erwartet

    • 1) Haben wir irgendwelche parallelen zw. Team Green und RB Anhängern gezogen?
      2) Wir haben lediglich die BFE kritisiert. Da diese Einheit aber sicher bei weiteren Spielen in Leipzig zum Einsatz kommt und wir keinen Bock auf Polizeiwillkür haben, ist Leipzig für uns einfach kein Reiseziel mehr im Zusammenhang mit Fußball. Das was ich, was wir, in Leipzig erlebt haben, habe ich bisher nicht einmal im Rostock, Dresden oder Cottbus erlebt. Über die Stadt Leipzig an sich haben wir übrigens nichts gesagt 😉
      3) Jo, wir haben gaaaaaaanz große Komplexe 😀
      4) Wir haben uns bewusst gegen große Ausführungen zum Thema Red Bull und Fußball entschieden, da wir durch die BFE echt andere sorgen an diesem Tag hatten, und der Sport dadurch leider zur Nebensache wurde.
      5) Du hast schon gelesen dass es fast ausschließlich um einen Polizeieinsatz geht? Zeig mir zu dieser Spielansetzung was vergleichbares! Schwachsinnsaussage!

      Irgendwie vermute ich ganz stark, dass der Kern des Artikels nicht verstanden wurde, soviel zum Thema „westliche Arroganz oder westliche Bildungslücken“

    • Hallo Konrad,
      deiner Meinung ist nichts hinzuzufügen!

  • Ich war selber als Leipziger im Gästeblock. Soviel erstmal zu meiner Rolle am Sonntag. Was soll ich sagen, ich bin erstmal recht enspannt von zuhause losgegangen, Mann und Kind (2,5) dabei. Am Hbf wurde ich stutzig- so viel Polizei… Je näher ich ans Stadion kam, desto heftiger wurden die Polizeigrüppchen. Beritten, in Kampfmontur und sehr, sehr viele.
    Am Stadion selber war dann alles wieder etwas entspannter, man freute sich auf das Spiel, malte sich aber keine großen Siegesfantasien aus. Dann Securitycheck- vom optischen Eindruck abgesehen (man will ja keine Vorurteile bedienen) wurde ich (zum ersten mal übrigens) auf meine offenen abgelatschten 13Locher angesprochen. Stahlkappe?- Ja.- Dann, nein! Mein Mann stand daneben, ich hatte unser Kind auf dem Rücken in einer Trage. Die Sercuritydamen und-herren (teils mit ausgeschlagenen Zähnen) meinten nur, dass ich mit den Schuhen nicht rein dürfte. Erst ein dazugeschlenderter St.Pauli Ordner entspannte die Lage und meinte Augenzwinkernd, dass ich im Millerntor noch nicht auffälig geworden sei. Dann durfte ich meine Schuhe anlassen. Ein Freund (50) war da nicht ganz so glücklich, er musste nach hause Schuhe wechseln. Na das ging gut los und ebenso weiter.
    Den Ansager im Zentralstadion (niemals Red Bull Arena!) fand ich unerträglich. Unsympatisch und unsportlich.
    Klar als Leipziger freue ich mich für ein Auswärtsspiel der Boys in Brown nicht so weit fahren zu müssen, aber auch ich überlege sehr, ob ich (so der Klassenerhalt klappt) nochmal einen Fuß dorthin setze. Dann lieber im Zug nach Hamburg und nicht nur Sport, sondern auch gepflegte Kultur erleben.
    Kommt bitte trotzdem nochmal nach Leipzig, denn auch wenn der Verein klein und auch nicht der beste ist, so haben sie unsere Herzen. Schaut euch mal den Roten Stern Leipzig an.

    • Ok, die Security hat sich bei uns soweit korrekt verhalten, waren aber auch erst mit dem 1:0 am Eingang. Aber hab vom Fanladen auch gehört, dass es mehrere Probleme gab. Schade, gute Werbung ist das nicht. Aber bald sind die Bullen ja hoffentlich in Liga 1… sollen sich andere mit denen rumplagen.

      • Bea, Bea,
        das lässt aber tief blicken. Als Bewohnerin der Messestadt müsstest Du eigentlich wissen, das bei Fußballspielen in Leipzig immer ein großes Polizeiaufgebot auf den Straßen zu sehen ist. Probleme in Bezug auf die Einlasskontrolle vermeidet man, in dem man die allen zugängliche Stadionordnung liest! Da steht alles drin, was erlaubt und was verboten ist. In anderen Stadien ist das nicht anders. Zum Stadionsprecher kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein. Der eine mag seine Art, der andere nicht. Deine Aussage zum Stadionnamen ist, entschuldige den Ausdruck, absoluter Schwachsinn. Denn RB Leipzig hat die Namensrechte zu unserem alt ehrwürdigen Zentralstadion gekauft. Aus diesem Grund heißt es jetzt Red Bull Arena.
        Roter Stern Leipzig??? Ist ja nicht gerade das Aushängeschild der Stadt Leipzig, vor allen die sogenannten „Fans“ aus Leipzig- Connewitz. Denn dort wurde bei Spielen auch schon die Polizei „gesichtet“, obwohl Roter Stern Leipzig auf Stadt- bzw. Bezirksebene spielt. Ich glaube, das liegt an der etwas anderen Rechtsauffassung dieser Connewitzer.
        Also: Erst Informieren, bevor man Unsinn von sich gibt!

        • Naja, das die Polizei bei RSL vor Ort ist, liegt unter anderem aber sicher auch daran, das RSL in seiner Liga nicht sonderlich viele Freunde hat, da die politische Einstellung nicht Massenkompatibel ist für diese Liga und die Region.

      • Die Leipziger Fußballfans würden sich sicher über den Aufstieg freuen. Ja, so das. Die eine Mannschaft steigt eventuell auf und die andere ab. Somit hätte sich Dein Problem von ganz allein gelöst.

  • Hallo St. Pauli Fans vom MFC,

    ich war der (zufällig) mit Betroffene 65 Jährige einzelne mit der schwarzen Kappe der nett im Zug von euch eingeladen wurde, ich sollte doch nicht so allein dort sitzen. Ich hab euch den ganzen Hinweg zum Stadion begleitet, war ein Teil von euch. Hab erst jetzt erfahren, daß ihr vom Magischen Fan-Club seid.

    Ich kann euren Bericht und Einschätzung generell teilen. Ihr ward Besonnen, cool würde man heute sagen, habt euch nicht provozieren lassen. Ich hab mich bei den Untersuchungen lautstark aufgeregt, empört über das Verhalten dieser Polizeieinheit aus Sachsen.
    Ja, ich hatte den Eindruck, da war Willkür am Werk, war politische Motivation Grundlage, sie wollten uns/euch kriminalisieren.
    Auch wenn ihr nicht aufgetreten seid wie die Schwiegermutter sich ihren Schwiegersohn wünscht, mein Gott ihr seid junge Fans eures/unseres Vereins. Verdammt das ist euer Recht! – und es ist keinster Weise ein Vergehen.

    Ich habe der ganzen Zeit meiner Begleitung von euch kein Verhalten erlebt was den Einsatz der Polizei in dieser Form rechtfertigen könnte.

    In meiner Jacke fanden die Beamten einige St. Pauli Aufkleber, dies wurde kommentiert mit
    “ Ach da haben wir ja was“ Die Aufkleber sollten eingezogen werden. Auf meinen Protest hin wurden sie fotografiert und mir zurückgegeben, mit dem Hinweis die dürften nur auf mein Auto.
    Allein dies Verhalten ist bezeichnend für das Auftreten und den inhaltlichen Hintergrund des Polizeieinsatzes.

    Der Einsatz war hochgradig unverhältnismäßig, würde einer Überprüfung vor dem Verfassungsgericht nicht standhalten und verriet eine -vorsichtig ausgedrückt- eine obrigkeitsstaatliche Gesinnung einiger Beamten.
    Man stellt sich die Frage, wer hatte Interesse an dieser Aktion!?

    Ich Hajo St. Pauli Fan auf der Gegengerade
    Rentner, Dipl. Volkswirt, Dipl. Sozialökonom

  • Ach ja, für mich kommt ein RB Leipzig Besuch nicht mehr in Frage. Sie wollen cleane Fußballspiele im Hochkragenformat haben, fast nur Red Bull Getränke etc. Ich denke Boykott ist nach der Erfahrung für mich besser.
    Aber auch Leipzig ist für mich jetzt so negativ besetzt, daß ich mich nur aufregen würde. In meinem Alter ist das nicht mehr gesund. Da ich vorher schon in Leipzig war, Leipzig ist durchaus eine interessante und schöne Stadt. Aber Werbung mach ich für diese Stadt nicht mehr, sie ist für mich ein no go!

    • Hallo Hajo,

      denke auch Leipzig ist durchaus eine sehenswerte Stadt, denke das ich auch irgendwann mal mit Abstand mir diese Anschauen werde… aber halt ohne Fußball bzw. vllt mal als neutraler Zuschauer bei RSL und Chemie. Wer weiß.

  • ja bleibt mal schön in eueren käffern. leipzig ist hässlich und niemand will da wohnen. ihr treibt nur die mieten hoch, was wollen die scheiss wessies nur in unseren hässlichen stadt? wir haben extra den RBL installieren lassen und das pack kommt trotzdem zu zehntausenden…hoffentlich gibt es bald mehr von solchen blog-einträgen…

  • Über die Stadt Leipzig als solche wird hier nicht negativ berichtet. Privat werde ich dort sicher nochmal anlanden. Und das sage ich als Ossi. 😉

  • Wir waren auch zu dritt nach Leipzig gereist,aber das war das erste und letzte Mal.Die von der Polizei auf dem Hauptbahnhof durchgeführten Maßnahmen können wir bestätigen,denn wir standen in der Nähe,genauso wie das aggressive Verhalten der Polizei uns St.Pauli Fans gegenüber……auch das duzen fanden wir unmöglich.
    Wir sind dann mit dem Shuttle Bus zum Stadion(unser Auto stand Gott sei Dank nicht auf dem Gästeparkplatz,denn da gab es ja einige,die zerstochene Reifen hatten)mit einem Polizeiaufgebot,was sich manche Minister wünscht.
    Karten hatten wir für den Block 38,also genau neben dem GB,aber wir durften nicht einfach durch die Absperrung.
    Da wir in „Kluft“waren,sollten wir durch den GB Eingang,mit der Begründung,dass wir aufgenommen werden sollten……Ging natürlich nicht,neuer Anlauf durch die Absperrung,dieses Mal hieß es,ja wir können durch,man wird uns da aber nicht rein lassen…….Die Ordner ließen uns aber durch und nachdem auch in einem benutzten Taschentuch nichts gefunden wurde,war der Weg frei.Die Probleme fingen jetzt erst richtig an,wir erhielten 3 Verwarnungen,da wir aufgestanden sind um unsere Mannschaft an zu feuern.Das war für uns verboten…..wundert mich,dass wir kein Panzer-tape auf den Mund bekamen…..5 Reihen vor uns wurden in der 2.Halbzeit urplötzlich 2 St.Pauli Fans von Ordnern aus der Reihe gezerrt,die rein nichts gemacht haben….außer gestanden und laut mit gesungen…….Das aggressive Verhalten der Sicherheitsleute ist dann leider auch auf die RB Fans ,die hinter uns waren übergeschwappt,denn die Folge waren wüste Beleidigungen,wir wurden gepöbelt und zum Schluss wurden die immer mutiger,denn dann hat man Körperkontakt gesucht.Da uns 3 Ordner im Visier hatten,blieben wir ruhig……
    Unser Fazit,wir sind ohne Vorbehalte da hin gefahren,das hat sich jetzt komplett geändert.

  • Pingback: St. Pauli-Fans erheben Vorwürfe gegen Polizei in Leipzig | Fanzeit

  • Wir waren am Vorabend auf dem Beatsteaks Konzert in der Arena nebenan und hatte auch überlegt, ob wir uns das Spiel am nächsten Tag anschauen sollen. Wir haben uns aber für unsere kleine Tochter, die bei der Oma in Bautzen wartete, entschieden. War absolut die richtige Entscheidung. Habe aber lang nicht mehr so viel Polizei im Umfeld eines Fußballspiels gesehen. Das von euch beschriebene bestätigt leider wieder einmal die Vorurteile, die man (auch zu Recht!) über Sachsen hat. Es ist und bleibt der braunste Fleck Deutschlands, auch wenn es da viele korrekte Leute, Vereine und Initiativen gibt.

  • tutnichts zursache

    bei aller liebe und respekt, aber ihr paulianer kommt aus der grossen weltstadt in den osten (viele wahrscheinlich das erste mal in ihrem leben) und gebt dabei die figur eines weltfremden ab. bfe, da war doch was?… ja, – stuttgart 21, lol. bfe einheiten kennen fans von leipziger vereinen schon seit, keine ahnung, immer seid der osten auch westen ist!? ihr seid so naiv, das ist unfassbar.
    eins noch. das sächsische polizeigesetz, made in west germany, unterscheidet sich m.e. kaum vom dem der volkspolizei. na doch, ein bisschen. so schlimm wars in der zone nicht…
    von daher, willkommen in der brd!

    • Ich bin sogar im Osten geboren und aufgewachsen ……also hat das nichts mit wir kommen aus der grossen Weltstadt zu tun……und naiv sind wir schon lange nicht….nein wir haben nur das erlebte wieder gegeben,mehr nicht .Wir gehen fast jede Woche zu St.Pauli und kennen daher viele Situationen,aber das,was in Leipzig vorgefallen ist,ist mehr als nur grenzwertig.

  • Uns geht es um keinen Ost-West-Vergleich. Und so naiv können wir nicht gewesen sein, wenn man den Titel und den Text richtig versteht. Wir waren trotz Ihrer Annahme schon öfter im Osten unterwegs. Die Häufung politisch motivierter Polizeieinsätze ist dort einfach auffällig. Wenn überhaupt waren wir so naiv zu glauben, dass man sich als normaler und friedlich verhaltender Fan in Leipzig auch dementsprechend behandelt fühlen darf. Mit den Fans von RBL hat das funktioniert, mit Polizei und Ordnern nicht. Insofern sind Ihre Unterstellungen ohne „real existierende“ Grundlage, um im Klassenkampf-Jargon zu bleiben. 😉

  • Sorry, liebe Freunde aus Hamburg, da hat es euch wohl erwischt, so wie es vielen Fußballfans immer mal wieder
    in ganz Deutschland passiert. das ist wahrlich kein Leipziger Phänomen. Aber Sachsens Polizei ist ja auch nicht dafür bekannt zeckenfreundlich zu sein. An diesem Tag bin ich mit vielen anderen in lockeren Gruppen übern Markt in Leipzig und zu Fuß zum Stadion und alles ohne Zwischenfälle. Ich bin dann zufällig da vorbeigekommen und in dem Moment sah es überhaupt nicht dramatisch aus. Typische Bullenmacker die einen sinnlosen Aufriß um Nichts machen. Es bleibt nur zu vermuten, dass ihr willkürlich als Opfer ausgesucht worden seid, evtl sogar mit dem Kalkül, dass sich dann viele St.Paulianer noch einmischen und es dann richtig auf die Mütze gibt. Das ist dann halt wirklich typisch für den Osten.

    Ich persönlich bleibe aber dabei, obwohl es ja hier gar nicht Thema ist, die Fans die zu RBL gehen würde ich deshalb nicht verteufeln, sie mühen sich redlich Faschos fern zu halten und engagieren sich gegen Rassismus und Homophobie und das ist nun wirklich nicht Standard in Fußballosten ( zumindest nicht dort wo Tausende ins Stadion pilgern) und schwierig noch dazu, besteht ja fast die ganze Ordnercrew aus dem Lok Leipzig Umfeld. Dazu dann kein „Scheiß St.Pauli“ im Stadionrund zu hören und keine Steinwerfer die uns irgendwo auflauern. das habe ich alles schon viel schlimmer erlebt.
    Schade übrigens ist, dass der angekündigte kreative Protest ungefähr so kreativ war wie der von Hansa, Aue, Erfurt, HFC ( „Alle Bullen sind Schweine“). Nicht nur das Team schwächelt offenbar gerade.

  • Liebe St. Pauli Fans,

    ich bin bekennender RB Leipzig Fan und finde, das von euch Beschriebene schockierend.
    Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass ihr in so großer Zahl nach Leipzig gereist seid und für einen guten Support eurer Mannschaft gesorgt habt.
    Ich war mit meinen Kindern beim Spiel und hatte nie das Gefühl, von einer aggressiven Stimmung umgeben zu sein. Ganz im Gegenteil, habe ich sehr viele Hamburger Fans gesehen, die auf mich einen sehr friedlichen Eindruck machten.
    Das von euch beschriebene Verhalten der Polizei und auch der Security ist für mich nicht nachvollziehbar. Die Polizeibeamten aus Sachsen sind wahrscheinlich auch andere Kaliber an Fangruppierungen gewöhnt. Die Begegnungen mit Fangruppen aus Dresden, Halle und Rostock führen wahrscheinlich zu solch einem Verhaltensmuster. Der einfache Polizist kann da wahrscheinlich nicht differenzieren. Wie auch, ohne Bildungshintergrund?
    Ich hoffe, ihr überlegt es euch noch einmal anders und kommt doch zum nächsten Spiel wieder. Es wäre schade für euren tollen Verein und die großartige Anhängerschaft!

  • Also wir waren zu 5 seit Samstag in der Stadt unterwegs.
    Wir haben nur positive Erfahrungen gemacht. Wir haben uns mit Leipziger Fans in den Bars unterhalten und wurden vor dem Stadion zum Bier eingeladen. Im Block selbst haben sich die Ordner freundlich zurück gehalten.
    Töfte die Leipziger

    • Freut mich, auch mal positives zu hören. Mit den Fans haben wir jetzt auch keinen Stress gehabt, Ordner waren auch ok, aber es gibt leider auch genügend andere Beispiele.

  • Eigentlich dachte ich, sehr schön, dass die St. Pauli Fans diesen albernen Zuschauer-Boykott nicht mitmachen und für ein schönes Fußballfest beitragen wollen. Aber als ich den Beitrag gelesen hatte, musste ich irgendwie an die „Menthol-Zigaretten-Story“ denken („Ich wurde aus der DDR in den Westen entführt…“).
    Zu dem Spiel selbst bin ich, wie viele andere auch, zu Fuß ins Stadion gegangen. Es gab viel Polizei, aber es war überall ruhig. Das betraf sowohl das Umfeld vom Stadion, als auch am Stadion selbst. Also eigentlich genauso, wie es auch die Fotos in dem Artikel zeigen. Von irgendwelchen „Mannschaftswagen, die in Wild-West-Manier anhielten“ oder „entwürdigenden und unverhältnismäßig langen Kontrollen des Genitalbereichs“ habe ich nicht gesehen. Auch die „provozierenden Polizisten“ konnte ich nirgends erkennen. Diese Feststellung trifft im übrigen nicht nur für das St. Pauli Spiel zu.
    Man sollte also schon bei der Wahrheit bleiben, auch wenn die Mannschaft von St. Pauli hier nicht wirklich gut aussah.
    Übrigens, zum Spiel von RB gg Rostock waren über 20 verletzte Polizisten (durch Böllerwürfe auf die Polizei) und verwüstete Straßenzüge durch „Rostock-Fans“ zu verzeichnen. Das braucht in Leipzig wirklich niemand.

    • „Man sollte also schon bei der Wahrheit bleiben“
      Sie waren also bei unser Kontrolle dabei? Wenn nein, haben Sie gar keine Möglichkeit sich ein Urteil über die Situation zu erlauben.

      Glauben Sie wirklich Team Green ist so blöd sich bei sowas fotografieren zu lassen? So blöd sind die ja auch nicht. Nach dem wir anfingen zu fotografieren wurde die Sicherheitszone um den Kessel drastisch erweitert, so dass es keine Einblicke mehr in die Kontrollen gab für alle, die nicht mehr in der Maßnahme sind.

      Und glaube Sie, wir sind so blöd Fotos/Videos mit mehr Beweiskraft hier zu veröffentlichen? Sicher nicht, wer weiß, wofür das Material noch gebraucht wird. Zumal viele Polizisten in Detailaufnahmen drauf sind, so dass es auch aus rechtlicher Sicht von Nachteil ist die hier zu veröffentlichen.

      Dieser Bericht hat nichts mit dem Spielergebnis zu tun, zumal ich nur ein paar Minuten im Stadion war, und ich mit einem schlimmeren Ergebnis gerechnet habe.

      Und was haben wir mit Rostock zu tun?

      Ich denke einfach, Sie sollten sich nur zu Dingen äußern, die Sie mit eigenen Augen gesehen haben bzw. erlebt haben. Aber wahrscheinlich kommt man als Plastikfanszene nie in den Genuss, da Ihr ja das Traumziel aller oberen Fußball und Polizeifunktionäre seid… Eine Sitzplatzfanszene die alles mit sich machen lässt und keine eigene Meinung vorzuzeigen hat.

      Genießt es einfach so lange geht. Irgendwann merkt auch Ihr, was Red Bull mit euch und dem Profifußball macht.

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